Nachhaltigkeitstransformation gestalten

Die Transformation in eine nachhaltige Gesellschaft ist derzeit die größte Zukunftsaufgabe. Es ist sicherlich das Thema mit den größten Ängsten, sei es vor der Klimaveränderung, der derzeitigen Energiekrise, oder bei Landwirten auch vor der wirtschaftlichen Zukunft.

Zur Gewährleistung einer sicheren Energieversorgung kann insbesondere auch der Kreis Kleve einen wichtigen Beitrag leisten. Wir haben durch Photovoltaik, Windkraft und Biogas eine deutlich höhere eigene Energieerzeugung als weite Teile Deutschlands, insbesondere des Ruhrgebiets. Aber während einer Flautennacht fehlt auch bei uns die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen. Daher plädiere ich dafür, im Kreis Kleve die Energiespeicherung gezielt voranzutreiben. Die Wasserstofftechnologie ist eine interessante Nutzungsmöglichkeit für Zeiten des Stromüberschusses, etwa zur Mittagszeit. Der Wasserstoff kann dann sowohl für LKW oder schwere Maschinen, als auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Entsprechende Netzwerke rund um Wasserstoff möchte ich als Landrat gezielt fördern und damit den Kreis zukunftsfähig aufstellen. Aber auch die vielen Biogasanlagen im Kreis können wir weiterentwickeln, wenn wir entsprechende Netzwerke ausbauen und die Biogasanlagen primär mit Abfallstoffen betreiben.

Neben einer regenerativen Energieerzeugung gibt es aber auch noch weitere Aufgaben des Kreises zur Begegnung des Klimawandels. Dabei soll uns aber nicht Angst begleiten, sondern die Zuversicht, dass wir mit gutem Management und moderner Technik auch diese Herausforderungen meistern werden. Zur Sicherung der Biodiversität (der biologischen Vielfalt) haben wir im Kreis Kleve erste Initiativen gegründet, die es gilt weiterzuführen. Zur Nachhaltigkeitstransformation kann und muss jeder Einzelne etwas beitragen. Entsprechende Kampagnen und die Förderung von Netzwerken sind aus meiner Sicht ebenfalls Aufgaben des Landrats. Wir müssen aber im Kreis Kleve auch defensiv auf Folgen des Klimawandels reagieren. Den Wasserhaushalt müssen wir beispielsweise wesentlich stärker darauf ausrichten, Wasser für Trockenheitsphasen zu speichern und bei hohen Niederschlagsmengen effizient abführen zu können. Auch den Bevölkerungsschutz müssen wir aus diesem Grund ausbauen und auf neue Herausforderungen ausrichten.

Die Landwirtschaft ist im besonderen Maße von neuen Anforderungen und deutlich schwierigeren Rahmenbedingungen betroffen. Die Landwirtschaft ist aber nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsbereich im Kreis Kleve, sondern gesellschaftlicher Pfeiler und Garant unserer Ernährung. Als Landrat wäre es mir daher ein besonderes Anliegen, den Landwirten nicht nur meine Solidarität auszusprechen, sondern sie mit der Kreisverwaltung in den bevorstehenden Transformationen zu unterstützen und zu beraten. Eine Verschärfung der Regeln im Kreis Kleve lehne ich energisch ab. Wie in jedem Berufszweig gibt es auch bei den Landwirten einzelne schwarze Schafe. Dort, wo der Kreis Kleve zuständig ist, wäre es mir daher wichtig, auch nachts und an Sonn- und Feiertagen einen Bereitschaftsdienst für Fälle von Umweltdelikten vorzuhalten.

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